Aus dem Leben eines gebeutelten Menschen

bg
20 Jahre Mauerfall

"Mann, du bist so dusselig, wie du lang bist."
"Welch ein Glück, dass ich kleiner bin. Denn dann bist du ja noch dusseliger als ich."

Heute ist nun endlich der Tag, von dem seit Tagen, Wochen und Monaten schon geredet wird. Manchmal hatte man das Gefühl, der 09. November wäre schon seit Monaten. Dabei ist er erst heute. Und mir ist das Datum relativ egal. Ich war damals noch so klein, dass ich mich daran nun wirklich nicht erinnern kann. Und was hat dieser Mauerfall eigentlich gebracht? Nichts als Ärger, wenn man zurückblickt. Er war man glücklich und lag sich in den Armen, dann machte sich Unzufriedenheit breit. Heute wollen viele die Mauer wiederhaben. Und ich sage nur, sollen sie doch, aber dann sollen sie auch gleich die Schulden mitnehmen, die die Bundesrepublik wegen der Wiedervereinigung machen musste. Kohl dachte ja, die liesse sich mit der Portokasse bezahlen. Da hat er sich gewaltig getäuscht. Noch heute knabbert der Staat an diesen Schulden. So ist es eben, aber ein Hoch auf den Mauerfall.
Dabei ist der 09. November nicht nur das Datum des Mauerfalls. Nein, es gibt noch weit mehr bedeutende Daten, die an einem 09. November stattfanden. Ein Blick auf Wikipedia dürfte sicherlich helfen. Aber hier die pikantesten:
09. November
1799: Napoleon wird Konsul (später verändert er halb Europa)
1918: Ausruf der ersten deutschen Republik (die spätere Weimarer Republik, die durch ihre Verfassung im Dritten Reich endete)
1923: Hitler-Putsch in München (Hitlers Marsch auf die Feldherrenhalle, bei der Schiesserei wurde eine Person leider nicht getroffen)
1938: Reichspogromnacht (harmloser auch Reichskristallnacht genannt, weil die zerstörten Fensterscheiben wie Kristalle blitzten)
1989: Öffnung der Berliner Mauer (ob das wirklich so eine gute Idee war?)
Die meisten der hier aufgezählten Daten haben in Deutschland stattgefunden, bis auf eines alle, aber selbst das hatte indirekt mit Deutschland zu tun. Nun ja, der Tag wird von den Forschern nicht umsonst der "Schicksalstag der Deutschen" genannt.
Ich frage mich nur, wie es den Mauerspechten von damals heutzutage eigentlich gesundheitlich geht. Irgendwelche Schäden erlitten, weil sie diesen Asbeststaub eingeatmet haben, als sie auf die Mauer einhackten? Manche sollen ja tatsächlich Lungenschäden davongetragen haben, die sich Jahre später dann bemerkbar machten. Also wenn jemand was weiss, bitte einen Kommentar abgeben, bin daran sehr interessiert.
Meine Familie und ich waren zur damaligen Zeit, aber einige Wochen später, bei Verwandten in Deutschland zu Besuch. Und so fuhren wir auch in die damals noch bestehende DDR, denn der Staat trat bekanntlich erst am 03.10.1990 der Bundesrepublik bei. Wird nächstes Jahr gross gefeiert werden, der Anfang vom Ende sozusagen. Auf jeden Fall kann ich sagen, dass ich in der DDR gewesen bin, und wer einen Beweis sehen will. In meinem Kinderpass sind zwei DDR-Stempel drin. Ich erinnere mich nicht mehr an viel. Wir waren in einem kleinen Dorf und dort stank es nach nassem nicht abgelagerten Holz, mit dem geheizt wurde. Weiter noch an einem Konsum, wo John eingeschärft wurde, dass er ja auf den Kassenbon aufpassen solle, da sonst jemand käme und behaupten würde, es wäre sein Einkauf. Das hat es damals wirklich gegeben, und auch heute lebt dieser Trick wieder auf. Also immer schön den Kassenbon mitnehmen, aber heutzutage werfen die Kassiererinnen den Bon auch weg, wenn man ihn nicht mitnimmt.
Ich bin froh, wenn der Tag wieder vorbei ist. Wollte gestern lernen, bin aber zu nichts gekommen. Und ich bin fleissig am Schreiben. Ich will nicht. Das Thema ist so was von blöd, kann man sich nicht vorstellen. Manchmal hasse ich es, wenn ich zu nichts komme. Ich hasse es.

9.11.09 15:43
 


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Chun Li (9.11.09 21:22)
Ich bin wirklich nie in diesem verrückten Staat gewesen. Und nach dem, was ich so im TV gesehen habe, kann ich auch sehr stolz darauf sein. Wäre alles nicht so ganz mein Stil (und dabei weiß ich gar nicht was schlimmer ist, die Mode, die Tapeten oder die Autos).


Spasco (10.11.09 09:50)
Die Mode hier war ja zu einigen Zeiten auch nicht besser. Aber in der DDR schien die Plastik nun mal was zu sein. Und dann die berühmte Renn-Pappe. Nee, besonderes hatten die wirklich nicht.


trine / Website (11.11.09 13:38)
ergänzung:

09.11.1974: starb holger meins im isolationsknast (hungerstreik)


Spasco (14.11.09 11:47)
Die RAF ist es nun wirklich nicht wert, erwähnt zu werden. Da es die freie Meinungsäusserung gibt, lasse ich den Kommentar stehen. Ansonsten ist er unangebracht, hat er doch nichts mit dem Schicksalstag der Deutschen zu tun, denn die RAF war eine terroristische Vereinigung, auch wenn manche es anders sehen.

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